30.09.2016, 20:00 h

Abschlusskonzert 14. Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig

St. Nikolai, Flensburg (D)
Laudes Organi
Werke von Johann Sebastian Bach, Josef Rheinberger, Zoltán Kodály („Laudes Organi“), Zoltán Gárdonyi, Gabriel Fauré, Charles H. H. Parry („I was glad“), Marcel Dupré und Max Reger
Sankt Nikolai Chor (Flensburg, D)
Orgel: Kerstin Petersen (Hamburg, D)
Leitung: Michael Mages (Flensburg, D)
Eintritt | entré: Euro 15,- (erm. 10,- )

Im Mittelpunkt dieses Konzertes steht die „Laudes Organi“, eine großangelegte Fantasie für Orgel und Chor. Dieses „Lob auf die Orgel“ ist das letzte von Zoltán Kodály (1882-1967) geschaffene Werk und entstand 1961 für die „American Guild of Organists“. Der ungarische Komponist vertont darin einen Lobgesang aus einem Schweizer Kloster des 12. Jahrhunderts. Die Orgel wird darin als das ideale Instrument für „moderne Künstler“ gepriesen und die Bitte an Gott gerichtet, Guido von Arezzo (ca. 992-1050), einer Schlüsselfigur der abendländischen Musikgeschichte, das ewige Leben zu gewähren.

Ein ausgedehntes Präludium von 68 Takten steht zu Beginn des gut zwanzigminütigen Werks – der sich anschließende vokale Hauptteil wird durch drei Orgelzwischenspiele untergliedert. Kodály nutzt die dem Hymnus unterlegte mittelalterliche Melodie, die er aber modifiziert. Der Chorsatz ist weitgehend polyphon gehalten und wird von der Orgel oft harmonisch überraschend kommentiert. Der Klang wirkt dadurch altertümlich und modern zugleich.


 

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Kerstin Petersen (D)

Kerstin Petersen studierte Kirchenmusik (Herford), Alte Musik mit Hauptfach Orgel (Bremen) sowie Judaistik und Musikwissenschaft (Heidelberg).
Solistisches Orgelstudiums bei J. M. Michel (Heidelberg), der ihre Begeisterung für Pedalsoli weckte.
Nach ihrer künstlerischen Reifeprüfung folgten internationale Meisterkurse u.a. bei D. Roth, G. Bovet, J. Laukvik, L. Lohmann, und W. Zerer.
Seit 2000 ist Kerstin Petersen als freischaffende Konzertorganistin sowie als Klavier- und Orgelpädagogin tätig. Sie lebt seit 2010 mit ihrer Familie in Hamburg. Durch zahlreiche Auftritte in ganz Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Skandinavien und Israel profilierte sie sich besonders durch ihre Interpretation romantischer und zeitgenössischer Orgelmusik.

Zusammenarbeit u. a. mit dem Philharmonischen Orchester Kiel und dem NDR Radio und Fernsehen.
 Kerstin Petersen ist Widmungsträgerin diverser Kompositionen für Orgel, darunter auch Pedal-Soli, die einen besonderen Schwerpunkt ihres Repertoires bilden. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Aufführung von Werken jüdischer Komponisten.
 Die Königin der Instrumente im Gewand des 21. Jahrhunderts zu inszenieren ist Motto ihrer innovativen Konzertprojekte für Orgel, Akkordeon, Schlagzeug, Literatur und Filmmedien. Kerstin Petersen beschäftigt sich intensiv mit Klang- und Resonanzphänomenen der Orgel im Zusammenwirken von Instrument-Körper-Raum. Als Interpretin und Pädagogin engagiert sie sich insbesondere für die Orgel als Konzertinstrument.

Seit 2005 Zusammenarbeit mit der Filmproduktionsfirma Media Profiles, Rendsburg. 2009 Gründung des Duos A & O mit der Akkordeonistin Eva Zöllner.
 Initiatorin von Orgel extra, Konzertreihe mit traditioneller & aktueller Orgelmusik an der Woehl-Orgel der Pauluskirche Fockbek. Als künstlerische Leiterin stellte Kerstin Petersen von 2007/09 ihr neues Konzept der Gestaltung und Präsentation von Orgelkonzerten sowie der Vermittlung von zeitgenössischer Orgelmusik vor. Förderung u. a. von der Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein. 2009: CD-Produktion „Heiter bis wolkig“ (Orgel solo). Im Winter 2010/11 wurde unter ihrer Leitung das orgel-aRtelier hamburg eröffnet.

 


Mages MichaelMichael Mages (D)

Der studierte Theologe und Kirchenmusiker (*1958) bekleidet seit 1993 das Amt des Kantors und Organisten an St. Nikolai zu Flensburg. Er leitet den Sankt Nikolai Chor und den von ihm gegründeten Kammerchor „Cappella Sankt Nikolai“ und ist zusätzlich als Orgelbausachverständiger der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland tätig. Von 1997 bis 2009 war er verantwortlich für die Restaurierung bzw. den Neubau der großen St. Nikolai-Orgel. Dieses bedeutende Instrument ist seit 400 Jahren die größte Orgel im Herzogtum Schleswig und stellt mit seiner neuen Konzeption als „Doppelorgel“ weltweit eine Besonderheit dar (Einweihung im September 2009).

Als Organist konzertierte Michael Mages in Deutschland, Österreich, Dänemark, Frankreich und den USA. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Pflege der Orgelimprovisation. 2003 gründete er zusammen mit dänischen Kollegen das Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig, das sich zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens in Schleswig-Holstein und dem südlichen Landesteil Dänemarks entwickelt hat. 2005 wurde ihm der Titel eines Kirchenmusikdirektors verliehen.

Im Februar 2013 nahm er seinen Dienst als Flensburger Stadtkantor auch in der St. Marien Kirche am Nordermarkt auf.

Weitere Informationen zu Michael Mages