17.05.2011, 10:01 h

St. Wilhadi, Ulsnis (D)

Zur Geschichte der Orgel in St.Wilhadi-Ulsnis:

Aus alten Rechnungsbüchern ist ein Vorgängerinstrument seit etwa 1682 belegt, dessen Gehäuse später noch Verwendung in Brodersby fand. Der Orgelneubau in Ulsnis begann 1785 durch den Itzehoer Orgelbauer Johann Daniel Busch (1735 – 1787). Er stellte im November 1786 auf der Westempore eine zweimanualige Orgel mit angehängtem Pedal fertig.
1798 wurde das Instrument durch Jürgen Hinrichsen, genannt „Angel“, aus Flensburg von der West- auf die Ostempore versetzt und durch ein eigenständiges Pedalwerk erweitert. Weitere Arbeiten wurden in den Jahren 1838, 1871 und 1892/93 durch Marcussen (Apenrade) durchgeführt. Desweiteren erfolgte 1930 eine Veränderung durch Furtwängler und Hammer (Hannover). Um die Orgel auf normale Kammertonhöhe tiefer zu stimmen, wurde der Tonumfang verändert. Damit nicht alle Pfeifen auf den Windladen umgestellt werden mussten, entschied man sich für eine Veränderung der Tastenanordnung. So begannen die Manuale mit D statt mit C, in der hohen Lage wurde cis´´´und d´´´ hinzugefügt, in der tiefen Dis entfernt. Fis wurde an fis ° angehängt und das C konnte von der Taste Dis angespielt werden. Damit wurde die „Originalität dieser Orgel (…) in misslicher Weise gestört!“ (Immo Wesnigk).
Eine weitere Veränderung des Instruments erfolgte 1956 durch Brandt (Quickborn), der mehrere neue Register einfügte und eine neue Balganlage erstellte.
Mit der Orgelrestaurierung 2002 – 2003 durch die Orgelbaufirma Paschen (Kiel) entschied sich die Kirchen-gemeinde für eine Restaurierung unter Beibehaltung der zuletzt vorhandenen Disposition (Betreuung: KMD i. R. Immo Wesnigk, Eckernförde).

Die Windladen (Busch/Angel) wurden mit größter Sorgfalt restauriert, die Manualklaviaturen (Busch) in ihren Originalzustand zurückgeführt und der Knochenbelag des oberen Manuals restauriert sowie der Zelluloidbelag (Marcussen?) des unteren Klaviers ebenfalls durch Knochenbelag ersetzt.
Die Registertraktur der Manualwerke überarbeitete man und die des Pedalwerks wurde neu erstellt. Im Hauptwerk und im Pedalwerk ersetzte man die Principal 8´-Register durch neue Zinnpfeifen. Neu angefertigt wurde außerdem ein Mixtur-register (HW), da sich das alte Register aus Pfeifen unterschiedlicher Herkunft zusammensetzte und man den Klang insgesamt als zu „scharf“ erachtete.
In fünf Manualregistern waren überwiegend bzw. teilweise Pfeifen von Johann Daniel Busch vorzufinden, zwei Pedalregister stammten von Jürgen „Angel“. Das gesamte Pfeifenwerk wurde sehr sorgfältig wiederhergestellt. Da einige Pfeifen aber in sehr schlechtem Zustand waren, mussten diese ersetzt werden –  somit erhielt die Orgel 298 neue Pfeifen.
Die Balganlage wurde teilweise erneuert und in einen Raum unter der Orgel versetzt. Eine Rekonstruktion der historischen Keilbalganlage konnte aus Kostengründen (noch) nicht erfolgen.
Der Wiedereinbau der Werke begann im Februar 2003 und wurde mit der Stimmung im April 2003 abgeschlossen.

Weitere Informationen über die St. Wilhadi-Kirche finden Sie im Faltblatt über die Kirchengemeinde Ulsnis im Internet: www.gunneby.de/ort/kirche

(Text: J.T. Möller/2003, J. Beck/rev.2011)

 

 

Disposition: Johann Daniel Busch-Orgel
Hauptwerk (oberes Manual)    C, D, Dis – c“‘
Prinzipal 8` (neu)
Oktave 4` (Busch)
Oktave 2` (Marcussen?)
Sesquialtera (2f) (Busch)
Mixtur (3f) (neu)
Nebenwerk (unteres Manual)    C, D, Dis – c“‘
Gedackt 8′ (Busch)
Trompete 8′ (Busch)
Flöte 4′ (Busch)
Waldflöte 2′ (?)
Quinte 1 1/3 ‚ (Brandt)
Zimbel (2f) (Brandt)
Pedalwerk C, D, Dis – d‘
Subbass 16′ (Brandt)
Posaune 16′ (Angel)
Principal 8′ (neu)
Trompete 8′ (Angel)
Oktave 4′ (Brandt)
Nachthorn 2′ (Brandt)
Rauschpfeife (3f) (Brandt)
Zimbelstern (in C, Busch/Brandt)
Manualschiebekoppel HW an NW
Tremulant für das gesamte Werk
Stimmung: a‘ = 440 Hz
954 Pfeifen
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