23.07.2015, 14:30 h

St. Laurentius, Tönning (D)

 

Die Orgeln der St. Laurentiuskirche in Tönning
 
Die erste Orgel, die in der Kirchenchronik erwähnt wird, stammte aus dem Jahre 1593. Über ihren Erbauer und den Stimmumfang ist leider nichts bekannt. Im Jahre 1655 zeigten sich die ersten Mängel, die vom Orgelbauer Conrad Topf beseitigt wurden.
Aus dieser Zeit stammen auch die esten Hinweise auf ein Chorpositiv. Die Lettnerempore wurde 1634/35 erbaut. Anzunehmen ist, dass dieses Positiv auf dem Lettner stand, wie von 1739 bis heute die Lettner-Orgel.
 
Die Lettnerorgel wurde bis 1848 gespielt. Beim Ausbau 1893 (wegen einer Aufführung von Haydns Schöpfung) ist sie derart beschädigt worden, „dass sie innerlich nur mehr ein Trümmerhaufen war“. 1902 ließen Nachkommen des Stifters sie durch die Orgelbaufirma Sauer äußerlich wieder herrichten. 1948 wurde durch die Firma Kemper ein neues Werk eingebaut. 1968 ist die Lettnerorgel von der Orgelbaufirma Paschen grundlegend renoviert und mit einer neuen Spielmechanik versehen worden.
 
Die große Orgel wurde 1681 vom Orgelbauer Joachim Richborn erbaut. sie besaß 28 Register, verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal. Umfangreiche Mängel durch Turmbrand, Kriegs- und Wasserschäden, machten eine gründliche Renovierung nötig, die die Orgelbauer Marcussen und Reutter 1874 ausgeführt haben. das alte Gehäuse blieb erhalten, das Rückpositiv wurde als Oberwerk hinter die Orgel verlegt, die Disposition verändert und auf 25 Register reduziert.
Die ungünstige Aufstellung des Oberwerkes, die von der Richborn-Orgel übernommene „kurze Oktave“ (Töne CIS, DIS, FIS und GIS fehlen) und ein veränderter Zeitgeschmack führten 1902 zu einem grundlegenden Neubau, den die Orgelbaufirma Sauer übernahm. Lediglich der alte Gehäuseprospekt blieb erhalten und wurde wegen der Vergrößerung der Orgel nach den Seiten hin erweitert. Die Barockorgel wandelte sich somit im Laufe der Zeit zur romantischen Orgel. 35 Register verteilten sich auf Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal. Die Spiel- und Registermechanik wurde pneumatisch betätigt.
 
Eine Änderung der Disposition und Umintonierung der Register im Jahre 1961 durch den Orgelbauer J. Düngel verfremdete das romantische Klangbild der Orgel zum Neobarock. Die pneumatische Spiel- und Registermechanik war mit der Zeit so störanfällig, dass das Erhalten des Instrumentes nur mit größtem Aufwand möglich gewesen wäre.
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Ein Neubau der Orgel wurde beschlossen und wurde 1978 durch die Orgelbaufirma Paschen durchgeführt. 42 Register verteilen sich auf Hauptwerk, Schwellwerk, Brustwerk und Pedal. Die Spielweise ist mechanisch, die Registermechanik ist elektrisch verbunden mit einer Setzerkombination.
Um den erhaltenen Orgelprospekt von 1681 besser zur Geltung zu bringen, wurden die von der Firma Sauer  angesetzten Seitenteile etwas zurück gesetzt.

 

Disposition der Orgel (III/P 41)
    H. O. Paschen 1978
Hauptwerk (I)
Pommer 16′
Prinzipal 8′
Holzgemshorn 8′
Oktave 4′
Koppelflöte 4′
Nasat 2 2/3′
Oktave 2′
Spitzflöte 2′
Kornett 5f. ab g
Mixtur 5f. 1 1/3′
Schwellwerk (II)
Viola da Gamba 8′
Schwebung 8′
Holzgedackt 8′
Quintade 8′
Ital. Prinzipal 8′
Flute
Oktaviante 4′  
Spitzprinzipal 2′
Kornettino 2-3f.
Scharff 4-5f.
Holzdulzian 16′
Hautbois 8′
Glockenspiel f‘-d“‘
-Tremulant
Brustwerk (III)
Bleigedackt 8′
Rohrflöte 4′
Prinzipal 2′
Sesquialter 2f.
Sifflöte 1 1/3′
Oktävlein 1′
Zimbel 4f.
Cromorne 8′
-Tremulant
Pedal
Prinzipal 16′
Subbass 16′
Quinte 10 2/3′
Oktave 8′
Gedacktbass 8′
Choralflöte 4′
Nachthorn 2′
Hintersatz 4f.
Posaune 16′
Holztrompete 8′
Clarine 4“

Koppeln: SW/HW, BW/HW, BW/SW, HW/P, SW/P, BW/P
Mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur,
16 Setzerkombinationen, Pleno, Tutti, Zungeneinzelabsteller, Crescendowalze, Balanciertritte für SW und BW.
Disposition: KMD A. Dressel, OBM H. O. Paschen, G. Beutling

Disposition der Letternorgel
          Manual
Gedackt 8´
Prinzipal 4´
Rohrflöte 4´
Oktave 2´
Quinte 1 1/3´
Scharf 3f.
Regal 8´
Pedal
Subbaß 16′

Koppel P / Manual, Tremulant, geteilte Lade bei h / c´
Mechanisches Regierwerk,Schleifladen, mechanische Spieltraktur.

Adresse:
Johann-Adolf-Straße 4
25832 Tönning

Weiterführende Links:
www.kirchenmusik-toenning.de
www.orgelbauverein-kotzenbüll.de

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