St. Jakobi
Schwabstedt, Deutschland
Die Orgeln von St. Jakobi zu Schwabstedt
I. Die Orgel von 1615
Entsprechend der damaligen Bedeutung von Schwabstedt als Bischofssitz besaß die Kirche schon früh eine Orgel, bereits vor 1577 soll eine solche vorhanden gewesen sein.
Nähere Informationen darüber sind wohl nicht mehr in Erfahrung zu bringen.
Die zweite Orgel war ein Geschenk Herzog Ulrichs. Diese Orgel wurde 1615 vom dänischen Orgelbauer Johann Lorenzen erbaut und 1616 feierlich eingeweiht. An dieser Orgel wurde später Nicolaus Bruhns von seinem Vater Paul im Orgelspiel unterrichtet.
Die zu Bruhns Zeiten bestehende Lorenzen-Orgel hatte folgende Disposition:
| Hauptwerk | Rückpositiv | Pedal | |||
| Prinzipal | 8′ | Gedackt | 8′ | Subbaß | 16′ |
| Quintatön | 8′ | Harfentöne | 8′ | Oktave | 8′ |
| Oktave | 4′ | Prinzipal | 4′ | Posaune | 16′ |
| Rohrflöte | 4′ | Quintatön | 4′ | Trompete | 8′ |
| Quinte | 22/3‘ | Oktave | 2′ | ||
| Mixtur | 3-5f. | Quinte | 11/3‘ | ||
| Trompete | 8′ | Scharf | 3f. | ||
| Regal | 8′ | ||||
II. Die Orgel von 1888
Im Jahr 1888 wurden ein neues Werk und ein neuer HW-Prospekt von Marcussen und Sohn, Apenrade, erbaut. Der Prospekt des Rückpositivs von 1615 blieb erhalten, ebenso der Zimbelstern mit vier Glöckchen. Das Rückpositiv blieb leer, also ohne Pfeifen.
Die Disposition der Marcussen-Orgel:
| Hauptwerk | Schwellwerk | Pedal | |||
| Bordun | 16 | Gedackt | 8′ | Subbaß | 16′ |
| Prinzipal | 8′ | Viola die Gamba | 8′ | Prinzipal | 8′ |
| Salizional | 8 | Rohrflöte | 4′ | ||
| Rohrflöte | 8 | ||||
| Oktave | 4 | ||||
| Superoktave | 2 |
Diese Orgel wurde mehrfach umgebaut, konnte aber zu keiner Zeit klanglich wirklich überzeugen.
III. Die heutige Orgel von 1980
Die Orgelbaufirma Rudolf Neuthor, Kiel, erhielt den Auftrag zum Neubau. Unter Wiederverwendung möglichst vieler Teile und Pfeifen der Marcussen-Orgel entstand ein gänzlich neues Orgelwerk. Die Orgel erhielt wieder – wie die Orgel von 1615 – 18 Register, verteilt auf Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal.
Die Disposition der Neuthor-Orgel:
| Hauptwerk | Rückpositiv | Pedal | |||
| Prinzipal | 8′ | Gedeckt | 8′ | Subbaß | 16′ |
| Rohrflöte | 8′ | Prinzipal | 4′ | Prinzipal | 8′ |
| Oktave | 4′ | Rohrflöte | 4′ | Choralbaß | 4′ |
| Koppelflöte | 4′ | Oktave | 2′ | Fagott | 16′ |
| Waldflöte | 2′ | Sesquialtera | 1-2f. | ||
| Mixtur | 3-4f. | Scharf | 3f. | ||
| Trompete | 8′ | Krummhorn | 8′ |
| Ludibrien | Koppeln |
| Zimbelstern | Rückpositiv am Hauptwerk |
| Tremulant | Hauptwerk an Pedal |
| Rückpositiv an Pedal |
Die heutige Orgel ist, wie ihre Vorgängerinnen auch, eine mechanische Schleifladenorgel mit mechanischer Spiel- und Registertraktur.Seit dem vergangenen Jahr trägt diese Orgel den Namen des in Schwabstedt geborenen Nicolaus Bruhns.
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