Das Festival

2015: Ein neues Konzept für das Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig

Das Festival ist in den Jahren seines Bestehens so beliebt und bekannt geworden, dass die Anzahl der Bewerber und der Termine stark angewachsen und das Angebot in dieser Größe zwar beeindruckend, aber auch unübersichtlich geworden ist. Die Vielzahl der Angebote machte die Durchführung einer effektiven Pressearbeit für an die 150 Angebote in drei Monaten zuletzt teilweise unmöglich.
Daher hat der Beirat des Festival ein neues Konzept erarbeitet – gültig ab 2015.

Mehr Qualität und Profil des Orgelfestivals durch Begrenzung auf einen Monat

Das Orgelfestival wird seit 2015 auf einen Monat konzentriert. Als Zeitraum wurde der September ausgewählt, weil es sich um den urlauberstärksten Monat des Jahres handelt, es ist der Auftakt des Herbstes, der Beginn der Konzertsaison, viele Sommerfestivals (z.B. das Schleswig-Holstein Musik Festival) und die großen Sommerferien sind beendet.

Das Festival wird sich stärker auf die Hauptstellen in Dänemark und Deutschland ausrichten, deren Vertreter sich z.T. auch im Beirat des Orgelfestivals engagieren. Zusätzlich werden Kirchen mit besonderen Instrumenten oder einem besonderen Programm als Gäste eingeladen.

Ziel ist es, das künstlerische Profil durch ein hochwertiges Angebot zu schärfen – durch eine detaillierte Präsentation von Künstlern und Konzertthemen. So erreicht das Orgelfestival eine erhöhte Aufmerksamkeit durch gezielt geplante, hochwertige Veranstaltungen an den Hauptstellen und in den o.g. ausgewählten, vorwiegend im ländlichen Bereich liegenden Gastkirchen. Weitere Veranstaltungen, wie z.B. Orgelführungen, Orgelwerkstattbesichtigungen, Orgelsafari (geführte Touren mit dem Bus) und Aktionen für Kinder flankieren dabei weiterhin das Konzertprogramm.

Der „Orgelkalender“ – ein Ganzjahreskalender für alle Orgel-Veranstaltungen in der Region

Der Beirat des Orgelfestivals richtet eine Internetplattform mit passwortgeschützter Eingabemaske für alle Anbieter von Orgelkonzerten oder anderen Veranstaltungen rund um die Orgel in der Region ein.

Dieses Angebot richtet sich also an alle, die im September mit Veranstaltungen am Orgelfestival teilnehmen, aber auch an alle, die über das gesamte Jahr Konzerte und Veranstaltungen anbieten! Hier soll ein jeder die Möglichkeit zur Veröffentlichung seiner Termine erhalten, dessen Orgel mit Bildern, Disposition, Angaben zur Geschichte u.a. durch die Geschäftsstelle auf der Internetseite des Orgelfestivals verzeichnet worden ist. Dies bietet die Möglichkeit, das große Angebot an Veranstaltungen in der gesamten Region über das gesamte Jahr darzustellen. Die touristische Wirkung soll dabei weiterhin hervorgehoben werden (Kombination Musik, Landschaft, Freizeit) und natürlich der Hinweis auf unseren gemeinsamen deutsch-dänischen Kulturraum.

Darüber hinaus wird ein „Orgelatlas“ geschaffen, also eine Gesamtübersicht aller Orgeln und ihrer Historie in der Region.

Durch den Hinweis auf die Internetseite www.orgelfestival-sja-sl.com in allen Pressemitteilungen und Drucksachen des Orgelfestivals, aber auch durch diesen Hinweis in allen Veröffentlichungen der Teilnehmer, wird auch in Zukunft eine große Aufmerksamkeit auf das gesamte Angebot gelenkt!

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Von der Authentizität der Nische:
2003 – 2014: 12 Jahre Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig

2003 gründete ein kleiner Kreis engagierter Kulturschaffender aus Flensburg, Løgumkloster und Sønderborg das Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig.
Ziel dieses Festivals war und ist es, die beeindruckende Orgelkultur der Region, die immerhin auf eine 500-jährige Geschichte zurückblicken kann, einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die Region Sønderjylland-Schleswig ist zwar im landläufigen Sinne „Provinz“ abseits der Metropolregionen – Hamburg und Kopenhagen sind immerhin 160 bzw. 315 km entfernt – verfügt aber über eine lebendige Kulturszene, zu der auch das große Angebot an Orgelkonzerten und anderen Veranstaltungen rund um dieses Instrument zählen. In diesem protestantisch dominierten Raum zwischen den Niederlanden und Süddänemark konnte eine einzigartige Orgellandschaft entstehen. Die Instrumente, ihre Erbauer und ihre Entwicklungsgeschichte im ehemaligen Herzogtum Schleswig spiegeln die ganze komplexe deutsch-dänische Kulturgeschichte der Region wieder.

Aber auch den touristischen Aspekt in dieser strukturschwachen Region hatten die Gründer im Auge. Die reizvolle Landschaft und die Lage zwischen Nord- und Ostsee waren immer ein attraktives Ziel für Urlauber, und der Tourismus stellt heute auf beiden Seiten der Grenze einen kontinuierlich wachsenden Wirtschaftsfaktor dar.

Die besonders guten und nachbarschaftlichen Strukturen in der Region Sønderjylland-Schleswig und die sehr gute Vernetzung der Kulturverwaltungen in allen beteiligten Städten sind bis heute die Basis für den Arbeitskreis, der dieses Low-Budget-Festival durchführt.

Gefördert wird das Festival neben Unternehmen aus der Wirtschaft vor allem von den Kulturstiftungen der regionalen Sparkasse (früher Flensburger Sparkasse, heute Nord-Ostsee Sparkasse), und der „Region Sønderjylland-Schleswig“, einer dänischen Einrichtung zur Unterstützung grenzüberschreitender Projekte. In 2014 wurde das Projekt auch vom „Fabrikant Mads Clausen Fond“ gefördert und in 2014, 2015 und 2016 von der grenzüberschreitenden Kulturvereinbarung “Kulturfokus”.

Auf diese Weise konnte sich das Festival einen festen Platz in der Liste anderer namhafter Festivals des Landes wie dem Schleswig-Holstein Musik Festival, der Jazz-, Blues- oder Folkbaltica, erarbeiten.

Der Erfolg gibt den Veranstaltern recht – die Angebote und die Besucherzahlen steigen kontinuierlich. Im Jahre 2014 wurden über 150 Veranstaltungen innerhalb des Festivalzeitraums von 3 Monaten angeboten und führten damit immer mehr musikbegeisterte Menschen auch außerhalb des gewohnten kirchlichen Kontextes an die Orgel heran.

Namhafte Organisten aus der Region, die die kirchenmusikalischen Hauptstellen in Dänemark und Deutschland besetzen, stehen dabei für die künstlerische Tradition und Arbeit vor Ort. Dazu gesellen sich immer wieder internationale Spitzenstars der Orgelszene, wie Harald Vogel, Hans Ola Ericsson oder Dame Gilian Weir. Michael Radulescu, Daniel Roth und Bine Bryndorf gaben zuletzt 2010 und 2011 an den Gründungsstätten des Festivals – der St. Nikolaikirche in Flensburg und in Løgumkloster – Meisterkurse.

Grenzüberschreitend ist dieses deutsch-dänische Festival auch im übertragenen Sinne, denn neben den Großmeistern der Orgelliteratur erklingen immer wieder innovative Programme mit ungewöhnlichen Instrumentalkombinationen oder Begegnungen mit Literatur oder Ballett.

Breiten Raum nehmen besondere Veranstaltungen für Kinder ein, um auch die junge Generation – die Hörer von morgen – früh an das Instrument heranzuführen. Dazu gehörte 2013 u.a. der Workshop „Piano meets organ“ für jugendliche und erwachsene Klavierschüler an deutschen und dänischen Musikschulen. Auch Orgelführungen und „Orgelsafaris“ (geführte Touren an mehrere Instrumente) und der Besuch von Orgelbauwerkstätten (Marcussen & Søn, Bruno Christensen & Sønner und Andersen & Bruhn) stehen regelmässig auf dem Programm.

Das Orgelfestival Sønderjylland-Schleswig steht seit 14 Jahren für bewährte kollegiale Zusammenarbeit und für die Wahrnehmung einer Verantwortung für die ganze Region über die Grenzen hinweg.